Jahreslosung
bibel

E.Modersohn

Offb 21,6: Ich will dem Durstigen geben von dem Wasser des Lebens umsonst.

Das letzte Ich will aus dem Munde des HERRN in der Bibel. Wie groß ist ihre Zahl! Was für Herrlichkeiten bietet Er uns an! In diesem letzten Ich will werden noch einmal alle Verheißungen zusammengefasst. Darin bietet Er noch einmal Seine ganze Gnade an, jedem, der sie will, frei und umsonst.

Ich will geben. Das ist immer derselbe Akkord, der durch alle Seine Worte geht. Ach, die Menschen denken so oft, sie müssten dem HErrn etwas geben; sie müssten Ihm ihre Kirchenbesuche und Abendmahlsfeiern und ihre schönen Vorsätze und frommen Gelübde und ihre Kollektenpfennige geben - und dann würde ihnen der HErr freundlich und gnädig sein. Ach, wie wenig kennen sie den HErrn! Er will nicht nehmen, o nein, Er will geben. Er steht da mit offenen Händen, und Er sagt: Ich will geben. Man kann das Wesen biblischen Christentums in einem Worte ausdrücken, es heißt: Nimm! Die meisten meinen freilich, es hieße: Gib; aber das ist nicht wahr. Der HErr sagt: Nimm! Ich will geben! Was du brauchst, das will Er dir geben – Trost – Kraft – Rat – Friede – Freude – Mut – Geduld – Liebe – alles, alles will Er dir geben. Nimm nur, nimm!

Ich will dem Durstigen geben. Das ist die einzige Bedingung. Es ist eine sehr leichte Bedingung. Es kann gar keine leichtere geben. Er gibt jedem, der es haben will. Wer nichts haben will, der empfängt natürlich auch nichts. Das ist klar. Wer keine Hände hat zum Nehmen, der wird nichts empfangen. Aber wer ein Verlangen hat, der bekommt. Wer haben will, dem gibt Er.

Bist du durstig? Oder bist du satt? Sprichst du wie die Leute in Laodicea: «Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts,» dann wirst du freilich nichts empfangen. Und so sind leider viele in unseren Tagen gesonnen, selbstgerecht, selbstzufrieden, die meinen, sie haben alles, sie brauchen nichts mehr. Oder wenn sie noch etwas brauchen, dann wollen sie es bezahlen und verdienen. Aber sie wollen nichts geschenkt haben!

Ich will dem Durstigen geben von dem Wasser des Lebens. Das Wasser des Lebens, das ist eine tiefe, dauernde Befriedigung. «Wer dieses Wasser trinkt, den wird ewiglich nicht dürsten.» Alle Genüsse und Freuden der Welt gewähren nur eine flüchtige, vorübergehende Befriedigung. Aber das Wasser des Lebens stillt den Durst auf ewig, befriedigt aufs völligste. Wovon ist dies Wasser des Lebens ein Bild? Von dem HErrn selber und der Gemeinschaft mit Ihm. Er befriedigt, Er erquickt aufs völligste. «Wer Ihn hat, ist still und satt, wer Ihm darf im Geist anhangen, braucht nichts mehr verlangen!» – Ich will dem Durstigen geben von dem Wasser des Lebens – umsonst! Halleluja!